Die Geschichte der Jogginghose

Ein Franzose hat die Jogginghose erfunden

Wie so viele wundervolle Dinge - der Eiffelturm, Champagner, Claude Monet - gaben uns die Franzosen auch die Jogginghose. Das ursprüngliche Design geht auf Emile Camuset, dem Gründer der Marke Le Coq Sportif zurück. Seine schlichten, gestrickten grauen Jerseyhosen wurden in den 1920er Jahren kreiert und erlaubten es den Athleten, sich bequem zu strecken und zu laufen. Der ursprüngliche Zweck von Jogginghosen bestand darin, die Beine des Sportlers warm zu halten, wenn er nicht auf dem Spielfeld oder der Laufbahn aktiv war. Sie sollten über dem Trikot und der Shorts getragen werden und hatten dafür eine ausgebeulte Passform. Im Laufe der Jahre haben Sportler Jogginghosen dann auch getragen, um darin vor Wettbewerben zu trainieren. 

Jogginghosen bei Olympia 

Jogginghose Olympia

Bei den damaligen Olympischen Spielen wurden Jogginghosen von Sportlern aus einer Vielzahl von Ländern getragen. 1932 wird das Olympische Dorf eingeführt, in dem die Athleten nun vermehrt auch außerhalb der Wettbewerbe Sportkleidung mit Jogginghosen trugen. Die Olympischen Spiele führten in jenem Jahr auch das Siegerpodest ein, auf dem die siegreichen Athleten, ihre gewonnenen Medaillen erhielten und - wie hier die erfolgreichen Sprinter Eddie Tolan und Ralph Metcalfe - gebeulte Jogginghosen trugen.

Jogginghosen werden im Breitensport beliebt 

Im Nachkriegs-Amerika trugen Sportler von College-Sportmannschaften bis hin zu Hinterhof-Boxstudios Jogginghosen zum Aufwärmen und Trainieren. Jogginghosen wurden aber im Alltag nicht in der Weise wie Sweatshirts akzeptiert. Sweatshirts waren bereits ein wichtiger Teil des College-Looks, weil sie wie T-Shirts den Namen des Colleges oder der Universität trugen. Männliche Studenten trugen zuweilen ihr Yale-Sweatshirt statt eines Pullovers zu Khakis oder Jeans. Aber zu diesem Zeitpunkt trugen sie, abseits von sportlichen Aktivitäten, keine Jogginghosen. Schließlich gab es in den 1950er Jahren immer noch hohe formale Ansprüche an die Kleidung, insbesondere bei der Arbeit.

Rocky Jogginghose

Die Jogginghose wiederum gewann im Breitensport an Popularität. Im Jahr 1976 sprangen noch mehr Menschen auf den Zug auf, als Sylvester Stallone in seiner ikonischen Rolle als Rocky während der berühmten Szene vor dem Philadelphia Museum of Art einen Jogginganzug trug.  

Jogginghosen werden Teil von Freizeitkleidung und Streetstyle

Jogginghose Ronald Reagan

Jogginghosen verbreiteten sich um die Wende der 1980er Jahre immer mehr, als Fitness und ein gesunder Lebensstil populärer wurden. Im Zuge dieser Trends verlagerte sich die Jogginghose von der reinen Verwendung als Sportbekleidung in eine allgemeinere Verwendung als Freizeitkleidung. Da erscheint es auch nicht ungewöhnlich das der damalige Präsident der USA, Ronald Reagan, in der Air Force One im Gang stehend eine einfache grau melierte Jogginghose trägt. Etwas eigenwillig erscheint allerdings die Kombination von Jogginghose und Krawatte. 

Ein wichtiger Faktor für die wachsende Streetstyle-Popularität von Jogginghosen war die Hip-Hop-Kultur in New York City. Die Jogginghose und der Trainingsanzug ermöglichten Komfort und Beweglichkeit, während sie gleichzeitig in einer Vielzahl von Farben erhältlich waren. Angeführt von der Rap-Gruppe RUN DMC wurde der Trainingsanzug zur neuen Mode-Welle, als das Trio begann, Adidas-Trainingsanzüge bei ihren Auftritten zu tragen.  Seitdem sind die passenden Adidas-Trainingsanzüge fester Bestandteil der Hip-Hop Kultur. 

Die Jogginghose entwickelt sich weiter

Jogginghose modern

In den 2010er Jahren führten unter anderem Aeropostale, Urban Outfitters, American Eagle und H&M vermehrt Sportbekleidungs-Linien ein. Deren Interpretationen von Jogginghosen kombinieren die Idee der Sportlichkeit und des Gesundheitsbewusstseins mit aktuellen modischen Designs. Die Jogginghose mit ihren vielfältigen Varianten zieht also weiterhin immer mehr in die Alltagskleidung der Menschen ein.